Sehne verarbeiten



Diese Anleitung dokumentiert unseren ersten Versuch mit Sehne zu arbeiten.
Inzwischen haben wir dazu gelernt und würden ein paar Sachen anders machen.
Zum Beispiel ist eine harte Unterlage wie ein glatter Stein oder ein Amboß besser geeignet als ein Brett um die Sehne weich zu klopfen. Außerdem lohnt es sich wirklich sich beim zerpliesern der Sehne mehr Zeit zu nehmen um gleichmäßig dicke Stränge zu erhalten, was die Weiterverarbeitung sehr erleichtert.

Der Rest der Anleitung folgt baldmöglichst :-)

Noch Fragen?

Erste Schritte

Zum Trennen der Fasern, klopfen wir die Sehne mit einem Hammer weich, bis sie beginnt sich zu zerpliesern. Wir haben dazu einen Ziselierhammer genommen, weil er praktischerweise eine große Flache als auch eine kleine kugelförmige Seite hat.
Die kugelförmige Seite eignet sich hervorragend um dickere, härtere Teile der Sehne zu zerpliesern, die flache Seite eher dazu, bereits halbwegs weich geklopfte Teile der Sehne weiter zu bearbeiten, ohne sie durch allzugroße punktuelle Kraftaufwendung zu beschädigen.

Gut durchwalken

Die Sehne sollte solange bearbeitet werden, bis sie weich gennug ist um sie in einigermaßen gleich lange und gleichmäßig dicke Fasern zerpliesern zu können. Diesen Arbeitsschritt ordentlich auszuführen, erfordert etwas mehr Zeit, erleichtert aber dafür die spätere Weiterverarbeitung sehr.



zerissene Fasern

Zerpliesern

Wenn alles gleichmäßig weich geklopft ist, kann die Sehne von Hand in die zur Weiterverarbeitung benötigten einzelnen Fasern auseinander gepliesert werden. Hier ist ein wenig Fingerspitzengefühl praktisch, um möglichst lange Fasern zu erhalten. ;-)
Auch praktisch ist es, die Stücke gleich nach Länge zu sortieren, das erspart späteres rumwühlen im Sehnenhaufen.


Einweichen

Um eine Schnur herzustellen haben wir die Sehne ein paar Minuten in handwarmem Wasser eingeweicht.

Flechten

Und die eingeweichte Sehe dann geflochten.
Das Ergebnis ist ganz erstaunlich reißfest. Helena mußte sich erst mit ihrem ganzen Gewicht nach hinten lehnen bis sie riß und das war an einer total dünnen Schwachstelle. Hätten wir die vermieden hätte die Schnur wesentlich mehr ausgehatlen.
Beim nächsten mal wollen wir versuchen ob es reicht die Sehne nur mit nassen Fingern anzufeuchten, damit wir sie dann auch zu einer Schnur drehen können, wie wir es eigentlich vor hatten, was aber mit der stark eingeweichten Sehne nicht so gut geklappt hat.