Räuchermischungen Rezepte, Anleitungen, Tipps & Tricks




Tipps & Tricks


Kräuter zerkleinern

Kräuter zerkleinern ist bei größeren Mengen meist richtig Arbeit. Was liegt da näher als einen kleinen Mixer zu verwenden :-)
Bei Rosenblüten z.B. einfach vorher die Stengel und grünen Blütenstempel raussammeln.

Ab in den Mixer damit und auf den Knopf gedrückt.

Zwischendurch mal kontrollieren ob sie fein genug zerkleinert sind.

Fertig. Innerhalb kürzester Zeit sind die Rosenblüten entweder grob zerkleinert oder komplett zu Staub zermahlen. Ganz nach Geschmack und Rezept.


Vorbereiten der Zutaten für Räuchermischungen


Allgemein gilt: Je feiner die Zutaten zerrieben werden, desto homogener ist nachher der Duft der fertigen Mischung.
Besonders klebrige Harze lassen sich leichter zerkleinern, wenn Du sie vorher einfrierst. Dann kleben sie nicht mehr so und zerbröseln feiner.
Hölzer kann man mit einer Holzfeile oder einer Muskatreibe zerreiben.
Kräuter und Blüten einfach klein schneiden, zerreiben oder in einem Mixer zerkleinern.

Räuchermischungszutaten verfeinern

Weihrauch ist in Alkohol löslich. Er läßt sich also auch in Wein lösen. Das dauert zwar ein paar Tage aber mit dem Ergebnis lassen sich Mischungen schön verfeinern. Das Wein-Weihrauchgemisch einfach unter ansonsten fertige Mischungen mixen und dann austrocknen lassen. Die wieder hart gewordene Masse kannst Du dann normal zerkleinern. Fertig.
Weißwein für ``herbere`` Mischungen, Rotwein für ``süße`` Mischungen.

Aufbewahrung

- Trocken: Kräuter schimmeln bei Feuchtigkeit. Räucherkohle zündet nicht mehr so gut, wenn sie feucht wird.
- Kühl und dunkel: Übermäßige Wärme läßt Harze verkleben und zerstört das Aroma der Räucherstoffe, für direkte Sonneneinstrahlung gilt Ähnliches.
- Behälter zur Aufbewahrung: Sehr gut geeignet zur Aufbewahrung der Zutaten und fertigen Mischungen sind z.B. kleine verkorkte Fläschchen.

Rohstoffe für Anfänger

Wer etwas kreativer Räuchern will wird früher oder später seine eigenen Räuchermischungen herstellen wollen. Folgende Rohstoffe sind besonders anfängerfreundlich da sie sich nahezu beliebig untereinander mischen lassen und in der Handhabung recht einfach sind.

  • Weihrauch (Olibanum), gemahlen (Harz): Bereits fertig zermahlener Weihrauch. Fantastisch geeignet für feine Mischungen. Man muß das Zeug nicht mehr selbst zerkleinern und danach den Mörser von den klebrigen Resten befreien. Wer einmal so einen richtig verklebten Mörser hatte weiß den Vorteil zu schätzen ;-)

  • Weihrauch (Olibanum) Eritrea (Harz): Sehr gut für Einsteiger geeignete Weihrauchsorte. Eine gute Wahl für fast alle Räucherrezepte mit Weihrauch. Deswegen bieten wir ihn auch in einer günstigen 200 Gramm Großpackung an.

  • Sandelholz (Holz): Der Duft des Orients. Typischer weicher, samtig warmer, leicht süßlicher Duft der fast jedem gefällt. Nimmt in Mischungen anderen Düften die Schwere und Schärfe.

  • Patchouli (Blätter): Patchouli ist der Duft der Hippies und Blumenkinder. Hier scheiden sich oft die Geister: Entweder man liebt ihn oder man mag ihn überhaupt nicht. Es verbreitet einen süßen, krautig-erdigen Duft.

  • Rose (Blätter): Eingebunden in den Duft von Harzen (z.B. Weihrauch) kann sie sich im Rauch entwickeln und verleiht Mischungen eine blumige, zarte und sinnliche Nuance.

  • Mastix (Harz): Wahnsinnig tolles Zeug. Riecht irre lecker. Zitronig frischer, fruchtiger, unaufdringlicher Duft.

  • Benzoe Siam (Harz): Benzoe ist wegen seines Dufts häufig ein Hauptbestandteil von Räucherstäbchen.
    Benzoe sollte mit anderen Räucherstoffen vermischt werden (z.B. Labdanum, Myrrhe, Sandelholz, Weihrauch), da es allein verwendet anfangs einen ziemlich beißenden Rauch entwickeln kann. Das verbleibende Aroma ist aber fein und vanillig.

  • Myrrhe (Harz): Myrrhe wird, wie Weihrauch, seit mindestens 3000 Jahren als Räucher-, Kult- und Heilmittel verwendet. Eine reine Myrrhe Räucherung soll bei innerer Unruhe, Stress, Einschlafstörungen und nach anstrengender geistiger Arbeit helfen.

  • Dammar (Harz): Sein Rauch riecht leicht zitronig und wirkt stimmungsaufhellend, euphorisierend.

  • Styrax (Harz): Der schwarze Styrax war in der Antike einer der wichtigsten Räucherstoffe überhaupt. Styrax wirkt allgemein beruhigend und entspannend und eignet sich daher besonders für Abendräucherungen.

  • Gummi Arabicum (Harz): Eignet sich hervorragend zum mischen mit fast allen Räucherstoffen und ist fast Duftlos, so daß es sich sehr gut als Trägerstoff für andere Düfte eignet. Ist also sehr praktisch um trockene Kräuter am verschmurgeln zu hindern ohne ihren eigenen Duft zu überdecken oder um deftige Mischungen abzumildern.

Weitere folgen


Werkzeuge für`s Räuchern


- Ohne einen Mörser lassen sich eigene Mischungen nur schwer selbst herstellen. Sehr aggressive Stoffe, wie z.B. Teufelsdreck oder flüssige Bestandteile gibt man nicht in den Mörser, sondern gibt sie erst später in die Mischung, da der Mörser sonst kaum wieder zu säubern ist. Aufgrund der rauen Innenfläche von Mörsern bleibt immer etwas von den zerstoßenen Substanzen darin kleben. Um diese sozusagen wieder zu ``neutralisieren``, kann man zwischendurch relativ neutrale Grundsubstanzen darin zerstoßen (z.B. reinen Weihrauch oder Myrrhe).
- Mischbehälter sind sehr praktisch um die Zutaten nicht im Mörser zusammenmixen zu müssen, da sich aggressive Stoffe wie z.B. Teufelsdreck oder flüssige Bestandteile nur recht schwer wieder aus den aufgerauten Mörsern entfernen lassen.
- Kleine verkorkte Fläschchen sind sehr gut geeignet zur Aufbewahrung der Zutaten und fertigen Mischungen.

Mörser reinigen

Der Mörser und das andere Zeug sollte eigentlich nach jeder hergestellten Mischung gereinigt werden.
Was man dazu braucht:
- Das schmutzige Zeug (Echt jetzt? *g*)
- Reinigungs Alkohol
- Papiertücher
- Ein Pinsel ist recht praktisch

Mit dem Pinsel erstmal alle losen Reste entfernen.

Alkohol in den Mörser geben und mit dem Stößel alle festklebenden Reste abreiben.
Macht vielleicht ein paar eklige Geräusche, hilft aber. Ansonsten geht es auch mit etwas Geduld und einer alten Zahnbürste.

Stößel mit einem in Alkohol getränkten Tuch ordentlich abwischen.
Sauber.

Die Pampe im Mörser müßte sich jetzt mit einem Tuch ganz leicht auswischen lassen.

Nicht so stark verklebte Dinge wie z.B. der Mischbehälter einfach mit einem Alkohol getränkten Tuch auswischen.
Fertig :-)


Räuchermischungen Rezepte


Kurz vorweg: Räuchern ist keine exakte Wissenschaft. Die folgenden Rezepte sind nicht in Stein gemeißelt und häufig gibt es mehrere Abwandlungen eines Rezepts die unter dem gleichen Namen im Umlauf sind. Wenn Du also das Gefühl hast etwas abändern zu wollen, ist das richtig. Experimente gehören dazu :-)
Sachen die Du beachten solltest:

  • Harze duften intensiv und anhaltend

  • Die meisten getrockneten Kräuter riechen beim Räuchern etwas verbrannt. Das läßt sich verhindern indem Du etwas Harz dazu gibst. Allerdings nicht zuviel, denn sonst kann sich der Eigengeruch der Kräuter nicht gegen den Harzgeruch durchsetzen. Also ist hier anfangs experimentieren angesagt.

  • Gummi Arabicum eignet sich hervorragend zum mischen mit fast allen Räucherstoffen und ist fast Duftlos, so daß es sich sehr gut als Trägerstoff für andere Düfte eignet. Ist also sehr praktisch um trockene Kräuter am verschmurgeln zu hindern ohne ihren eigenen Duft zu überdecken oder um deftige Mischungen abzumildern.

  • Je feiner Du die Mischung pulverisierst, desto ausgewogener wird sie, da sich die Zutaten gleichmäßiger vermischen. Aber eigentlich ist es Geschmackssache ob grob oder fein.

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Rosa Mystica

Dies hier ist eines von 4 mir bekannten Rezepten unter diesem Namen. Gefällt mir persönlich am besten und ist ganz einfach herzustellen.

3 Teile Weihrauch (Praktisch ist der gemahlene Weihrauch, da der nicht erst zerkleinert werden muß.)
2 Teile Myrrhe
1 Teil Styrax
1/2 Teil Sandarak
1/2 Teil Rosenblüten

Myrrhe, Styrax, Sandarak und Weihrauch im Mörser fein zerkleinern. Rosenblätter entweder klein schneiden oder mit etwas Geduld auch mörsern (gemörsert werden sie feiner).
Zusammenmixen, fertig. Ganz leicht. :-)

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Abramelin

Rezept nach Hieronymus Bock anno 1577

1 Teil Weihrauch
1/2 Teil Styrax
1/4 Teil Aloe

Alles im Mörser fein zerkleinern und gut mischen.

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Ischtar

Eine Räucherung für Lebenskraft und innere Stärke.

2 Teile Zedernholz
1 Teil Opoponax
1 Teil Benzoe Siam
1/2 Teil Zimt

Die Harze und Zimt fein zermörsern und dann mischen.

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Kreisräucherung

Für Arbeiten im magischen Kreis

4 Teile Weihrauch
2 Teile Myrrhe
2 Teile Benzoe Siam
1 Teil Sandelholz, weiß
1/2 Teil Zimt
1/2 Teil Rosenblüten
1/4 Teil Eisenkraut
1/4 Teil Rosmarin
1/4 Teil Lorbeer

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Reinigungsräucherung

Um Haus und Hof von negativen Energien zu befreien.

3 Teile Weihrauch
2 Teile Myrrhe
1 Teil Sandelholz, weiß

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Meditationsräucherung 1

Für einen geistigen Ruhezustand

1 Teil Gummi Arabicum
1 Teil Sandelholz, weiß

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Meditationsräucherung 2

2 Teile Weihrauch
1 Teil Dammar
1 Teil Mastix
1/2 Teil Sandarak


Herstellung einer Räuchermischung am Beispiel Rosa Mystica


Was benötigt wird:
- Die Zutaten. In diesem Fall alles für Rosa Mystica
- Ein Mörser
- Mischbehälter
- Kupferlöffelchen
- Kleine verkorkte Fläschchen
- Pulvertrichter

Als erstes muß Du Dir überlegen wie viel 1 Teil sein soll. Bei uns ist es praktischer Weise immer einer der Kupferlöffel (gestrichen voll)

Dann folgt das mörsern der Zutaten. Mit ein wenig Erfahrung läßt sich recht leicht abschätzen wie viel man braucht um nachher im zerkleinerten Zustand die gewünschte Menge zu erhalten. Wir zerkleinern die zutaten immer einzeln.

Die zerkleinerten Harze abmessen und vermischen.

Bei den Rosenblüten sollten nur die Blätter verwendet werden. Stielreste oder Blütenstempel vor dem zerkleinern entfernen.
Die können jetzt entweder geschnitten, zermahlen, oder mit einem kleinen Mixer zerhäckselt (lohnt erst bei größeren Mengen) werden.
Wir zermahlen sie im Mörser. Der erfordert etwas Geduld, gibt aber ein schönes Ergebnis.

Jetzt alles zusammenschmeißen und ordentlich vermischen.
Das war`s im Grunde schon. Fertig ist die Mischung.

Zum Abfüllen in die kleinen Fläschchen verwenden wir einen modifizierten Kupferlöffel oder einen Pulvertrichter.

Verkorkte Fläschen haben den Vorteil, hübsch auszusehen und Aromadicht zu sein.
Wer`s ganz ambientig will kann sie noch versiegeln.

Und jetzt zum ersten Mal die Mischung ausprobieren. :-)
Wir machen das am liebsten auf unserem Räuchersieb, weil das das feinste Aroma ohne Brandgeruch zuläßt. Geht aber auch normal auf Kohle.
Räuchersieb reinigen


Feuersicherheit


Nur um mein paranoides Wesen zu befriedigen hier noch einige Hinweise zum Umgang mit glühenden Kohlen. Im Grunde sollte das aber eh jeder selbst wissen.

Glühende Kohlen werden logischerweise verdammt heiß und können brennbare Gegenstände entzünden. Deshalb sollte die Feuerschale immer sicher und fest stehen. Auch solltest Du darauf achten sie nicht an einem Ort aufzustellen, wo sie versehentlich umgestoßen werden könnte oder wo herumflatternde Vorhänge, Tischtücher oder Papiere auf der Kohle landen könnten.

Die Feuerschale sollte für die entstehenden Temperaturen geeignet sein. Legierungen mit einem zu niedrigen Schmelzpunkt, nicht feuerfeste Keramik oder Lackierungen auf der Schale können sonst für böse Überraschungen sorgen. Auch eine feuerfeste Unterlage ist wünschenswert, denn Räucherschalen können je nach Größe und Material eine beträchtliche Menge Hitze weiterleiten und auch nach dem erlöschen der Kohle noch eine ganze Weile halten. Also beim Aufräumen darauf achten, daß die Schale wirklich schon wieder abgekühlt ist. Die Kohlen immer ganz verglühen lassen. Heiße Aschereste im Mülleimer oder gar Glut sind ein Garant für eine unangenehme Überraschung.

Nur Räucherkohle verwenden! Das ist jetzt kein Verkaufsspruch und in 1.000 Fällen mag nichts passieren. Aber z.B. Grillkohle zerspringt ab und zu und schleudert Glut durch die Gegend. Das mag in einem Grill kein Problem sein, aber in einer im Verhältnis zu einem Grill winzigen Räucherschale kann sich das echt ungünstig auswirken. Noch dazu wenn in so einem Fall erhitztes Harz von der Räucherung mit durch die Gegend spritzt.

Feuer oder Glut niemals unbeaufsichtigt lassen.

Kinder und Haustiere haben in der Nähe der Feuerschale nichts zu suchen. Für Haustiere ist räuchern im gleichen Raum sowieso meist eine Zumutung, da sie einen ungleich feineren Geruchssinn als wir Menschen haben und instinktiv den Brandgeruch der Kohle fürchten.

Eine Löschdecke, ein Eimer Löschsand oder ein Feuerlöscher in erreichbarer Nähe mögen zwar übertrieben wirken, wenn aber doch mal der Vorhang brennt ist man froh so was in der Nähe zu haben.


Die Beschreibungen wurden mit Sorgfalt erstellt. Eine Gewähr für die Richtigkeit können wir jedoch auf keinen Fall übernehmen.
Unsere Kräuter, Blätter, Wurzeln, Harze, Rinden, Hölzer, Samen und Pilze verstehen sich als reines Räucherwerk. Sie sind nicht zum Konsum, nicht zur Einnahme, nicht als Lebensmittel, nicht als Genußmittel, nicht als Arzneimittel oder zum rauchen zu verwenden.
Alle hier beschriebenen Wirkungsweisen entstammen Überlieferungen. Räuchern ist kein Heilmittel. Für derartige Wirkungen gehe bitte zu Deinem Arzt oder Heilpraktiker.
Die hier enthaltenen Informationen dienen zu Schulungszwecken. Sie sind nicht dazu bestimmt, irgendwelche Eigenschaften von Produkten oder deren Eignung für einen bestimmten Verwendungszweck zuzusichern. Die Benutzung der Informationen geschieht auf vollkommen eigene Verantwortung des Lesers. Jegliche Haftung für Schäden, Folgeschäden oder Verluste, die beim Umgang mit den hierin beschriebenen Rezepten, Stoffen oder Zubereitungen entstehen, ist ausgeschlossen, ebenso wie Schadensersatzforderungen oder Gewährleistungsansprüche aufgrund falscher oder fehlender Angaben.