Holzschuhe


Holzschuhe sind eine Art ambientige Gummistiefel. :-)
Wer während Regen mal über den Mittelaltermark in Freienfels läuft wird schnell feststellen, daß die Dinger irre praktisch sind. Fast jeder zweite Gewandete dort trägt Welche und der Rest wünscht sich welche zu haben ;-)
Durch die über dem Spann anzubringenden Lederriemen ist dieses Modell unerwartet bequem zu tragen. :-)
Dicke Wollsocken und für besonders Verfrorene zusätzliche Filzsohlen machen die Schuhe sogar richtig gemütlich.

Die in Deutschland älteste bekannte Abbildung von Holzschuhen ist auf einem Altarretabel aus dem 15. Jh. von Derick Baegert in der Dortmunder Propsteikirche zu sehen.
Holzschuhe wurden vor allem in der Landwirtschaft und bei bestimmten Arbeiten wie z.B. dem Torfstechen bis in die 1950er Jahre getragen. Im Deichbau werden sie in den Niederlanden teilweise bis heute als Sicherheitsschuhe genutzt.

Noch Fragen?

Stiftnägel (z.B. für Schuhsohlen)

Konische Stiftnägel zum Benageln von Schuhsohlen.
Gesamtlänge ca. 18 mm, Dornlänge ca. 11mm

25er Pack



Holzschuhe anpassen und mit Leinöl behandeln


Noch Fragen?

Was man so braucht:
- Die Holzschuhe [ach, echt?!? ;-) ]
- Sandpapier (ein Grobes und ein Feines) und wer vorhat die Holzschuhe auch außen seidig zu schleifen wird sich über einen Schleifblock freuen.
- Etwas Leinöl
- Ein Gefäß um das Leinöl darin zu erhitzen
- Einen Pinsel
- Eine Hitzequelle (z.B. einen Spiritusbrenner)
- Vier Nägel (wir haben 2cm Schloßnägel genommen)
- Einen Hammer. Es muß nicht so ein Monsterteil sein wie der den wir genommen haben ;-)
- Zwei Lederriemen
- Einen Cutter zum Zurechtschneiden der Riemen


Vorher

Wir empfehlen die Holzschuhe als erstes mit Schleifpapier seidenglatt zu schmirgeln, da sie von Herstellerseite relativ grob zugeschliffen sind. Da Pappelholz leicht zu bearbeiten ist, dauert das nicht lange. :-)


Nachher

Das Leinöl unter beständigem Schwenken bis kurz vor den Rauchpunkt erhitzen. Wer möchte kann das natürlich auch in einem Topf auf der Herdplatte machen.


Nachher - Vorher

Wenn das Öl heiß genug ist wird es in aller Ruhe mit dem Pinsel auf dem Holzschuh verteilt. Je heißer das Öl, desto besser zieht es ein. Eile ist nicht nötig, da das Öl sich einfach wieder erhitzen läßt, wenn es zu kalt wird. Im Grunde kann man hier garnichts falsch machen.
Das Leinöl macht den Holzschuh unempfindlicher gegen Nässe, läßt die Maserung des Holzes attraktiv hervortreten und sorgt für eine ``sattere`` Farbe.
Die ``Sohle`` haben wir besonders gründlich behandelt, weil sie am meisten Feuchtigkeit abbekommen wird. Die Innenseite haben wir nicht eingeölt; Helena fand das angenehmer für die Füße. Kann aber jeder machen wie er will :-)

Riemen anbringen

Beim Riemen anbringen ist es ganz praktisch zuerst auf einer Seite einen Nagel durch den Riemen zu schlagen. Das erleichtert hinterher das Anbringen und man kann mit dem Nagel beim Anprobieren die richtige Stelle festhalten indem man mit ihn eine Markierung ins Holz drückt.

Jetzt wird ein wenig rumprobiert.
Der Riemen sollte locker genug sitzen, daß man noch gut aus dem Schuh raus kommt und fest genug, daß der Spann beim Laufen nicht an die Holzkante des Schuhes stößt.
Einfach ein wenig rumprobieren bis er richtig sitzt und dann eine Stelle markieren. Die zweite Seite folgt im nächsten Schritt.
Darauf achten, daß es eine Stelle ist an der der Nagel bei Einschlagen nicht im Schuh wieder rauskommt. Also relativ tief ansetzen.

Den Lederriemen an der markierten Stelle provisorisch festnageln. Den Nagel nicht ganz einschlagen, damit man noch kleine Änderungen vornehmen kann, falls das nötig werden sollte.
Nachdem so die eine Seite befestigt wurde kann jetzt der Riemen auf die richtige Länge gekürzt werden. Dazu nochmal anprobieren und zuerst lieber zu wenig wegschneiden. Weiter kürzen läßt er sich immernoch, wieder verlängern aber nicht. ;-)
Die oberen 2 Schritte (Nagel durch den Riemen schlagen und markieren der Nagelstelle) wiederholen und auch diesen Nagel nur provisorisch befestigen.
Jetzt ein paar vorsichtige Probeschritte machen um festzustellen ob alles gut sitzt. Wenn nicht, einen Nagel nochmal rausziehen und ein wenig rumprobieren. Oft helfen schon ein paar Millimeter und das alte Nagelloch verschwindet noch unter dem Riemen.
Die Prozedur für den zweiten Schuh wiederholen.

Mit beiden Schuhen ein wenig probelaufen. Wenn alles zufriedenstellend sitzt die Nägel richtig einschlagen.


Vorher - Nachher

Fertig.
Jetzt fehlt nur noch das passende Wetter ;-)