Stoffe färben


Wie geht das?


Ist kinderleicht mit Waschmaschinen Stoffarben.
Wir benutzen für unsere eigenen Sachen Simplicol.
Ist günstig, super einfach und auf der Packung ist eine gute Anleitung.
z.B. sind die T-Shirts die ich früher getragen habe und seit 3 Jahren die Leinentuniken, die ich täglich trage, damit gefärbt. Ist also seit über 6 Jahren von uns erfolgreich Praxis erprobt :-)

Noch Fragen?

Stoffarbe

Stofffarben zum auftragen mit Pinsel, Schwämmchen oder Stempel.

Auf dem Bild von links nach rechts:
Oben: Metallic (Silber, Gold), Normal (Elfenbein, Transparent, Hellgrün, Türkis)
Unten: Glitzer (Transparent, Silber, Gold), Perlmutt (Weiß), Normal (Orange, Fuchsia, Pink)

Normale Stoffarbe

Menge:
2,50 € / Fläschchen (29 ml)
(incl. MwSt zzgl Porto)
entspricht
8,62
€ / (100 ml)

Normale Stoffarbe

Menge:
2,95 € / Fläschchen (29 ml)
(incl. MwSt zzgl Porto)
entspricht
10,17
€ / (100 ml)

Metallic Stoffarbe

Menge:
2,95 € / Fläschchen (29 ml)
(incl. MwSt zzgl Porto)
entspricht
10,17
€ / (100 ml)

Glitzer Stoffarbe

Menge:
2,95 € / Fläschchen (29 ml)
(incl. MwSt zzgl Porto)
entspricht
10,17
€ / (100 ml)

Perlmutt Stoffarbe

Menge:
2,95 € / Fläschchen (29 ml)
(incl. MwSt zzgl Porto)
entspricht
10,17
€ / (100 ml)


Färbetipps

Was kann ich färben?

Saubere, fleckfreie Textilien aus Naturfasern (d.h. Baumwolle, Leinen, Hanf).
Laut Hersteller auch Viskose (damit habe ich allerdings keine Erfahrung) und Naturfasern mit Synthetikbeimischungen (wovon ich allerdings abraten würde - der Synthetikanteil nimmt die Farbe nicht oder kaum an, wodurch das Kleidungsstück hinterher immer leicht meliert wirkt, was aber selten gut aussieht, weil die zwei Farben halt nicht aufeinander abgestimmt sind.)
Für Wolle und Seide ist die Farbe nicht geeignet.
Am besten lässt sich natürlich weißer und hell naturfarbener Stoff färben, aber auch bunte Stoffe können überfärbt werden, wobei sich dann allerdings Mischfarben ergeben.
Achtung: Nähgarn besteht heute in 98% aller Fälle aus Synthetik (da die eine höhere Reißfestigkeit als färbbare Baumwollgarne hat.) und nimmt daher meist keine Farbe an!
Neue Stoffe / Klamotten immer erst einmal normal waschen, damit Appreturen und fertigungsbedingte Rückstände ausgewaschen werden - das kann sonst das Färbeergebnis beeinflussen.

Was brauche ich dazu?

1 Packung Simplicol Farbe (bestehend aus Flüssigfarbe und Fixierpulver + Anleitung)
1 Packung (500g) Salz (das billigste Speisesalz genügt)

Pro Färbegang wird die volle Menge Fixierer plus 500g Salz benötigt.
Die Flüssigfarbe kann nach belieben dosiert werden (siehe Dosieren)

Wie färbe ich?

In der Waschmaschine. :-)
Immer bei 40°C mit möglichst hohem Wasserstand (Baumwolle hält diese Temperatur problemlos aus, auch, wenn auf dem Etikett 30°C steht, Leinen und Hanf sowieso).
Direkt nach dem Färben noch mal einen normalen Waschgang mit Waschmittel starten; hierfür höchstzulässige Temperatur wählen (es reicht aber auch noch mal 40°C)
Genaue Anleitung liegt jeder Farbe bei; hier die Schritte trotzdem noch mal in Kürze:

  • Sauberen, fleckfreien Stoff zusammen mit der kompletten Menge Echtfix in die Maschine geben und 40°C Programm mit möglichst hohem Wasserstand starten („Pflegeleicht“ oder „Feinwäsche“ - bei neueren Maschinen lässt sich meist nochmal zusätzlich „Wasser plus“ oder so wählen).
  • Kompletten Wasserzulauf abwarten (dauert meist ca. 5-10 min).
    Mir dauert das immer zu lange; ich kippe über das Waschmittelfach ein paar Liter Wasser zu, bis alle Textilien komplett durchnässt sind und das Wasser noch 1-2 Finger hoch am Fenster zu sehen ist. Salz und Fixierer müssen sich aufgelöst haben.
  • Danach Farbe über das Waschmittelfach zugeben und mit Wasser (1-2 Liter) nachspülen, bis alle Farbreste weg sind.
  • Waschgang komplett durchlaufen lassen.
  • Direkt im Anschluß noch mal auf 40°C mit Waschpulver nachwaschen (ist für die Fixierung der Farbe wichtig)
  • Fertig :-)
Kann meiner Waschmaschine was passieren?

Nein! :-)
Die Maschine nimmt die Farbe nicht an.
Wenn man nach Anleitung vorgeht (sprich auch die Nachwäsche durchführt) färbt hinterher nichts ab! (Man muss die Maschine auch nicht noch mal leer spülen lassen oder so.)
Was Farbe annehmen kann sind Kalk- oder Waschmittelablagerungen in der Maschine - das ist nicht schlimm, färbt nicht auf andere Wäsche ab, sondern sieht einfach nur nicht besonders schön aus und sagt einem, dass man die maschine eh mal wieder reinigen müsste.
Das kann man mit 10%iger Chlorbleiche tun (so der Hersteller) oder einfach mit Essig oder Kalkreiniger (ich würde nur nichts zu aggressives wählen).
Was auch ganz klasse ist sind Reinigungstabs für die Waschmaschine [habe ich ganz neu entdeckt :-)] - gibt es zum Beispiel von der Firma Ulrich [wahrscheinlich demnächst bei uns im Angebot ;-)]

Wie farbecht sind die Farben?

Wenn richtig fixiert, sind die Farben völlig farbecht (d.h. sie färben nicht ab und bleichen nicht aus).
Richtig fixiert heißt:
Pro Färbegang braucht man

  • eine komplette Packung Fixierer (auch wenn man nur ganz wenig Stoff färbt, und auch, wenn man nur ein paar Tropfen Farbe genommen hat wie z.B. für hellrosa)
  • plus 500g Salz (jedes beliebige Haushaltssalz).
Wenn mit mehreren Packungen* Simplicol gefärbt wird (wie z.B. für tiefschwarz) kommt der Fixierer aller Packungen in die Maschine; salz wird dann nicht mehr benötigt.
* Maximal dürfen 3 Packungen Simplicol pro Färbegang verwendet werden.

Wichtig für die Farbechtheit ist auch noch ein normaler Waschgang mit Waschpulver direkt nach dem Färbegang (auch, um überschüssige Farbe auszuspülen).
Wer nicht alle Farbe auf einmal aufbraucht (und für viele der schönsten Farben braucht man einfach kaum 10% einer Flasche!) hat hinterher viel Farbe übrig und keinen Fixierer mehr.
Hierfür gibt es „Echtfix“ :-)
1 Echtfix-Ergänzungspack enthält das Fixierer-Salz-Gemisch für 1x färben.
D.h. es ist in diesem Fall keine Zugabe von Salz mehr nötig!
Für alle Experimentierfreudigen: es lohnt sich immer einen ordentlichen Vorrat Echtfix im Haus zu haben :-)

Wie dosiere ich die Farbe?

Meiner Ansicht nach sind die Dosierangaben auf der Packung wesentlich zu hoch!
Die Farben werden dann einfach unheimlich intensiv und „knatschig“ - für jeden der schon mal selbst gefärbt hat halt sofort als „Simplicol-selbstgefärbt“ zu erkennen.
Mit etwas Fingerspitzengefühl kann man aber sehr interessante und wunderschöne Mischtöne hinbekommen.
Hier einige Tips aus meiner Erfahrung:

  • Vor allem: sparsam dosieren!
    Häufig reichen schon 1-2 „Schuss“ Farbe pro Färbegang.
    Ich probiere die Dosierung meist erst mit einem alten, weißen Bettuch o.ä. aus
    (Stoffgewicht beachten! Wenn die zu färbende Kleidung hinterher nur die Hälfte vom Bettuch wiegt, der Farbton aber gleich sein soll, dann braucht man auch nur halb so viel Farbe!)
  • Immer lieber erstmal zu hell färben - was einmal zu dunkel ist wird nicht mehr heller - über zu blasse Ergebnisse kann man einfach noch mal mit etwas mehr Farbe drüberfärben. Und wie schon erwähnt: zu hoch dosiert werden die Farben einfach nur „knatschig“.
  • Schwarz ist eine Ausnahme: wer wirklich tiefschwarz färben möchte brauch mindestens die ganze Packung - je nach Stoffmenge auch 2 oder 3 Packungen pro Färbegang.
Wie bekomme ich meine Wunschfarbe?

Wie gesagt sind die meisten Farben von Simplicol (vor allem wenn man sich nach den Dosierungsangaben auf der Packung richtet) schrecklich „bunt“ und „knatschig“.
Um trotzdem nicht „knallbunt“ durch die Gegend zu laufen hier ein paar Tips:

  • Schöne Farbtöne in Richtung stahl- und taubenblau bekommt man, indem man wenig schwarz verwendet (für einen Pulli oder eine Hose ca. 1 bis 2 „Schuß“ (je nachdem wie dunkel der Farbton sein soll).
  • Schöne dunkelblautöne (ein wunderbar mattes dunkelblau - nicht dies knallige „marine“) bekommt man durch mehr schwarz (die genaue Menge anhand einer „Bettlaken-Probefärbung“ ermitteln - ca. 1/8 bis ½ Packung je nach Stoffmenge)
  • Schöne hellblau Töne bekommt man mit wenig taubenblau ( auch hier nur ca 1-2 „schuß“ je mach Stoffmenge und Farbwunsch).
    Achtung dieses hellblau kann bei jeder neuen Packung Simplicol wieder etwas anders ausfallen - die scheinen da beim mischen der Farbe nicht so exakt zu sein.
    Das hellblau läßt sich prima mit ganz wenig gelb oder rot in Richtung grünliches hellblau, bis zu helltürkis oder sogar hellgrün (mit gelb) oder rötliches hellblau, bis zu zartlila (mit rot) abändern.
  • Zartrosa bekommt man mit ganz wenig rot (am besten mit einer Pipette arbeiten - wirklich ganz wenig); ggf. noch ein paar Tropfen blau zugeben, wenn das rosa zu sehr Richtung apricot geht (wer mehr apricot will kann noch ein paar Tropfen gelb zugeben).
  • Schwarz.
    Wer wirklich tiefschwarz färben möchte braucht (ausnahmsweise) tatsächlich mal die ganze Packung Simplicol ;-).
    Bei größeren Mengen Stoff auch 2 Packungen (maximal dürfen 3 Packungen Simplicol pro Färbegang verwendet werden.)
    Mir persönlich gefallen aber auch hier die matteren Farbtöne zwischen dunkel stahlblau und anthrazit, die man mit weniger schwarz erreicht, besser.
  • Für matschgrüntöne für Waldläufer ist das olivgrün von Simplicol relativ gut geeignet (auch hier sparsam dosieren; mit mehr Farbe wird der Farbton irgendwann nur noch intensiver/ „knatschiger“, nicht dunkler).
    Wer das grün dunkler möchte kann mit Zugabe von wenig schwarz experimentieren.
    Für noch „schmutzigeres“ Grün: tropfenweise rot zugeben.
Dies soweit als Anregungen - man merkt genau, was die Lieblingsfarben bei uns sind ;-).
Zum grundsätzlichen Verständnis (für alle Experimentierfreudigen mit Wunschfarben, die hier nicht erfasst sind) dient der nächste Absatz.

Zum Thema mischen allgemein: eine kleine Farbenlehre

Wer im Kunstunterricht bei Farbenlehre aufgepasst hat ist hier klar im Vorteil ;-).
In aller Kürze hier noch mal das Grundlegendste:
Durch mischen der Primärfarben rot, blau und gelb lässt sich nahezu jede andere Farbe erzielen:

farbkreis.jpg

Als Primärfarben verwende ich von Simplicol die Farben Rot, Gelb und Taubenblau.
Ein paar Beispiele:

  • Wem z.B. ein helles Blau-Türkis vorschwebt, der würde vor allem Taubenblau nehmen (1-2 Schuß je nach Stoffmenge) plus wenig Gelb (hier am besten mit der Pipette arbeiten).
    Ist das Ergebnis hinterher noch zu blau einfach noch mal mit wenig Gelb nachfärben - ist das Ergebnis zu grünlich geworden: das nächste mal weniger gelb verwenden ;-)
    Das einzige, was man jetzt noch machen kann ist noch mal mit blau drüberfärben und hoffen, dass das Ergebnis danach nicht zu intensiv wirkt - aber weniger grün ist es danach auf jeden Fall :-).
    Gelungene Versuche am besten protokollieren, dann lässt sich das Ergebnis später reproduzieren :-).
  • Wer ein helles Maigrün färben möchte macht es umgedreht: 1-2 „Schuß“ gelb mit wenig blau gemischt.
  • Für Pink würde man vor allem Rot (wie immer je nach Stoffmenge ca. 1-2 „Schuß“) mit wenig Blau (Pipette!) mischen.
Kurz: man schaut immer, zwischen welchen Primärfarben im Farbkreis die gewünschte Farbe liegen würde und mischt dann diese beiden Farben im Verhältnis der Abstände (Pink liegt zwischen Rot und Blau, und zwar wesentlich dichter an Rot als an Blau - deshalb würde man zu färben vor allem Rot nehmen und es mit wenig Blau mischen.)
Und noch einmal der gut gemeinte Ratschlag: ich probiere solche Experimente immer erstmal mit einem alten Bettlaken, bis ich ein Gefühl bekomme, und erst danach mit dem Lieblings-T-Shirt ;-).

Jetzt bleiben 2 Fragen offen:

Wie bekomme ich Farben dunkler?

Wichtig: durch mehr Farbe wird der Farbton ab einem gewissen Punkt nur noch intensiver, nicht mehr dunkler.

farbwuerfel.jpg

Die einzige Methode abzudunkeln, die ich kenne, ist die Zugabe von (wenig) Schwarz. Dies funktioniert im Bereich blau – grün – lila prima.
Im Farbbereich rot – orange habe ich leider keine Erfahrung; würde aber mit der Zugabe von wenig „Herbstrot“ oder „Dunkelrot“ experimentieren (alternativ ganz sparsam mit schwarz).

Und als zweite Frage:

Wie bekomme ich Farben „schmutziger“?

Mit „schmutziger“ meine ich z.B. ein Olivgrün bräunlicher, ein Blau gräulicher, ein Sonnengelb eher Senfgelb,…
Und das schafft man, indem man mit ganz wenig! der Komplementärfarbe drüberfärbt.
Ganz wenig deshalb, weil dieses „schmutziger“ in Maßen sehr interessante Farbtöne hervorbringt, wenn man es übertreibt aber irgendwann einfach nur noch dreckig und trist wirkt.
Lieber das erste Mal zu vorsichtig sein, und dann noch mal nachfärben - Simplicol-Farben sind nämlich ziemlich farbecht, d.h. was einmal wirklich „verfärbt“ ist lässt sich meist auch mit Entfärber nicht mehr retten.

Komplementärfarben heißen die Farben, die sich im Farbkreis gegenüberliegen; d.h. also z.B. rot und grün, gelb und lila, oder blau und orange.
D.h. um ein Blau gräulicher zu bekommen würde man Rot und Gelb im gleichen Verhältnis (= Orange) zugeben [ganz sparsam dosiert! :-)].

So, ich glaube, das ist alles, was ich Euch an Wissen mitgeben kann. :-)
Viel Spaß und Erfolg beim Experimentieren! :-)